Zurück aus der Dungeon World

„Sag mal, was macht eigentlich dein Ausflug in die harte, männliche Welt des Erzählspiels? Biste jetzt ne echte Storyhure?“

Du meinst Dungeon World? Das war echt klasse. Die Regeln waren mir zwar schon von Anfang an sympathisch, aber die ersten Runden waren noch besser! Es passt genau auf das, was ich gerade will. Dein „Storyhure“ kannst du dir jedenfalls an den Hut stecken. Es gibt keine Dramaturgie in drei Akten, kein Würfeldrehen und kein Gruppenkuscheln. Es gibt nur weniger Taktik und mehr Improvisation.

Vom Grundsatz her ist es eigentlich nicht viel anders als D&D zu leiten, zumindest so, wie ich es gemacht habe. Ich überlege mir eine Ausgangssituation und von da entwickelt sich alles aus den Aktionen der Charaktere und der Reaktion der Welt. Mit Dungeon World kann man nur deutlich mehr Raum für Improvisation lassen. Ich habe in DW eine relativ klare Situation zu Beginn geschaffen und die Entwicklung war dann weitgehend wie erwartet. In Zukunft werde ich versuchen eher nur noch lose Elemente vorzubereiten und dann zu schauen, wie es sich zusammenfügt. Das gibt den Spielern mehr Raum.

„Also doch Gruppenkuscheln.“

Nein, alle Elemente, die ihren Platz gefunden haben, werden hart ausgespielt. Wenn da irgendwo ein mächtiger Riese rumsteht mit dem sich die Charaktere anlegen und die Würfel so fallen, dann gibt’s halt Kleinholz, egal ob es mit eine zufällige Begegnung ist oder ein Oberbösewicht. Und der Riese überlegt sich auch nicht aus nebulösen, erzählerischen Gründen abzuhauen, wenn jemand kurz vorm Sterben ist. Dieselbe Konsequenz gilt für die Welt. Nur weil die Spieler oder Charaktere gerade Bock auf nen Ponyhof haben, obwohl sie in der dritten Ebene der Hölle umher wandeln, passiert das nicht automatisch. An der Oberbösewicht-Dryade der ersten Runden hatten sie zwischenzeitlich auch ziemlich zu knappsen, eben bis sie sich ein geschicktes Vorgehen überlegt haben.

„Und du willst mit jetzt sagen, dass man mit einer geschickt gewählten Beschreibung nicht einfach alles aus den Angeln heben kann?“

Das könnte man vielleicht schon, je nach Situation. Aber der SL kann ja eh in so gut wie jeden Rollenspiel schummeln und in manchen anderen auch die Spieler. Von daher braucht man immer Vertrauen, damit es funktioniert. Bei Dungeon World eben etwas mehr als bei D&D.

„Ich hör die ganze Zeit bloß „blabla… Glücksbärchiland… blabla“.“

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