“Scheiße im Quadrat“

Bitte? Was ist den hier los? “Hehe. Ich hab deine Überschrift gekapert.“ Jetzt geht’s aber los! Für ein Hirngespinst bist Du ziemlich penetrant. Wo soll diese Reise denn hingehen, Leichtmatrose? Zu Ritter Sport Zartbitter? Nazis im Fernsehen? “Fernsehen ist gut. Wann hat Du das letzte Mal einen Charakter oder einem Plot aus dem TV übernommen?“ Kürzlich erst. Ich habe mit meinen Neulingen quasi Sleepy Hollow nachgespielt. “Das ist ja nicht gerade der aktuellste Film. Auch mal irgendwas neueres genutzt?“ Nein. “Und das liegt an der Scheiße im Quadrat.“

Guckstu!

“Schau dir die Gestalten in der Glotze doch mal an. Leroy Jethro Gibbs, der Unbesiegbare. Bei Savage Worlds eine Legende, bei D&D jenseits der Stufe 20 und außer Diplomatie und Elektronik jede Fertigkeit auf Maximum. Und eine Power, bei der er mit einem Hinterkopfschlag das Ziel dominiert. Kein Rettungswurf. Oder Mrs ‚Sex and the City‘, Carrie Bradshaw. Außer Totlabern und balancieren kann sie nix. Okay, sie hat einen magischen Gegenstand, einen Versorgungsring. Jedenfalls sieht sie so aus. Wer soll denn daraus ne Charakteridee ziehen?!“ Jetzt ist aber genug mit der Hassrede. “Pfff…“ Die Serien bieten doch gute Unterhaltung und es gibt auch gute Beispiele. Tony Dinozzo zum Beispiel. “Ein Aufreißer? Wow. Und auf die Idee dauernd Filme zu zitieren kam sicher jeder Rollenspieler schon, der öfter moderne Systeme spielt.“ Aber es ist ne gute Idee. Oder schau dir „Black Death“ an. Der Film ist zwar nicht sehr bekannt, aber hat ne gute Story, die eine perfekte Abenteuervorlage liefert. “Eine seltene Ausnahme und das ist eine Story, kein Charakter. Aber damit besteht dasselbe Problem.“

“Welcher Film enthält denn noch eine gute Geschichte? ‚Men in Black 3‘? ‚300‘?“ Außer „Herr der Ringe“ fällt mir nicht viel ein und ich ahne, womit Du das erschlägst. “Mit „Buchvorlage“. Moderne Filme und Serien haben total billigen Inhalt und simple Charaktere. Und es wiederholt sich ständig. Oder sie klauen, wie „Herr der Ringe“.“

Habe fertig!

Möwerich (cc-by-nc von NullProzent aud flickr)
Möwerich (cc-by-nc von NullProzent aud flickr)

Und jetzt? “Nichts und jetzt. Früher konnte man im Fernsehen Ideen und Inspiration finden. Heute macht man sich nur schmutzig. Nach John Hannibal Smith wurde sogar der Smart Hero in d20 modern designed. Das wird heute nix mehr. Da gibt es nur noch komisch konstruierte Geschichten oder Banalität. SLs, die sowas benutzen, sollten mal versuchen sich als Drehbuchautoren in Hollywood zu beweisen. Diese Idioten.“ Ja, so langsam verstehe ich dich. Trotzdem kein Grund so beleidigend zu werden. Nun gut…

Oh, schau mal da, auf dem Poller! Ist dass nicht ein Möwerich? “Wo? Oh, Du bist ja gar nicht so blöd, wie Du aussiehst. Schicker Kerl…“ Na dann flieg doch mal rüber. “Gute Idee. Hehe.“ … Wer ist hier blöd? Mal schauen, wann sie merkt, dass es der aus Holz ist. Hoffentlich bin ich sie jetzt los. Liebe Leser, hier wird es hoffentlich nun etwas ruhiger werden.

6 Responses

  1. Ab und an nehme ich Inspirationen bewusst aus Serien oder Filmen, Büchern, etc. Aber ich denke, dass der Großteil unterbewusst verläuft.

    In Bezug auf Stories: Fast jede Geschichte wurde doch erzählt. Ich höre ab und an von meinen Spielern „Das war doch aus dem und dem Film“, woraufhin ich verwundert reagiere, dann nachdenke und zustimmen muss, dass ich unterbewusst eine Idee entliehen habe. Ganz neue Geschichten zu erfinden ist schwer bis unmöglich.

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  2. Ich verwende OFT Inspirationen aus Fernsehserien für Rollenspiele, welche eben gerade in diesen Fernsehserien-Settings direkt spielen oder zumindest thematisch verwandt sind.

    So ist die Leverage-Fernsehserie für Szenarien im Leverage RPG einfach die BESTE Quelle. Man kann sich auch bei anderen Serien wie Hustle, Mission Impossible (natürlich nur den alten Staffeln) bedienen, aber für Leverage RPG paßt nun einmal Leverage am Besten.

    Und in jeder Firefly-Runde, will mindestens einer einen SC spielen, der direkt eine Kopie eines der Serenity-Besatzungsmitglieder ist.

    Neuere Serien habe aber andererseits tatsächlich ein Problem: Sie sind ausgesprochen auf Optik ausgerichtet und – wie schon lange im Kino – an guten Drehbüchern wird oft gespart.

    Klar gab es auch früher SCHEISS-Serien wie Eine Amerikanische Familie oder dergleichen Müll. Aber damals war eine geleckte Optik nicht erschwinglich, so daß man sich über ansprechende Drehbücher und solide Darsteller Alleinstellungsmerkmale verschaffen mußte.

    Heute sind die kinnlosen Bastarde an Kerlen und die Kleiderpüppchen an Mädels einfach lebloser als Schaufensterpuppen. Schauspielen? Fehlanzeige! – Dazu müßten ja die Casting-Verantwortlichen überhaupt erst einmal einen Schauspieler ERKENNEN können!

    Aber, wie gesagt, auch früher war wirklich viel Müll im Fernsehen, nur erinnert man sich nicht mehr daran – was eine Gnade ist.

    Und die verdammt guten Serien wie The Prisoner, Danger Man, Dr. Who, UFO, usw. kamen damals auch schon eher aus England, wie heute halt auch!

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  3. Aber Achtung: Die heutigen Spieler sind ja das Bombardement mit solchen „unrealistischen Szenen“ inzwischen so gewohnt, daß sie solche eben auch im Rollenspiel ERWARTEN!

    Kommt man mit zu verhalten aufgebauten Dingen daher, dann werden diese praktisch nicht mehr wahrgenommen, sondern nur der „billige Knalleffekt“ ist es, der bei vielen gerade der jüngeren (nicht einmal sehr viel jüngeren!) Spieler ankommt.

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